Textbeschriftungen mit Daten und Variablen verknüpfen

Textbeschriftungen können so einfach sein wie ein statisches Objekt oder sie können dynamische Objekte sein, die mit vielen unterschiedlichen Projektinformationen verknüpft sind, einschließlich Arbeitsblattzellen, Datendateinamen, Arbeitsspaltenmetadaten oder Datensatzstatistiken.

Linking text labels to vars 1.png

Egal, ob wir (1) automatisch erzeugte Objekte wie Achsentitel, Legenden oder Datenpunktbeschriftungen oder (2) Anwenderobjekte, die mit den Hilfsmitteln Text oder Anmerkung hinzugefügt wurden, betrachten, im Allgemeinen verlassen wir uns auf die LabTalk-Substitutionsnotation, um spezifische Textzeichenketten und numerische Eigenschaften in Echtzeit in unsere Textbeschriftungen einzufügen.

Innerhalb des Kontexts eines Diagrammfensters können Textbeschriftungen in zwei Gruppen eingeteilt werden:

  • Textbeschriftungen für Diagramme: Diese schließen Achsentitel und Diagrammlegenden ein sowie Beschriftungen, die mit dem Hilfsmittel Text Button Text Tool.png hinzugefügt wurden. Siehe diese Seite für Informationen über von Anwendern hinzugefügte Beschriftungen. Siehe diese Seiten für Informationen über Diagrammlegenden oder Achsentitel.
  • Beschriftungen für Datenzeichnungen: Dies sind Beschriftungen, die für Datenpunkte (einzelne Punkte oder gesamte Datensätze) verwendet werden, entweder mit Hilfe des Hilfsmittels Anmerkung oder durch Aktivieren der Beschriftungen mittels der Bedienelemente der Registerkarte Beschriftungen im Dialog Details Zeichnung. Siehe Datenpunkte beschriften für Informationen.

Arbeitsblattzellenwerte in Textbeschriftungen ersetzen

Es gibt mehrere Möglichkeiten, Daten aus Arbeitsblättern in Textbeschriftungen anzuzeigen. Die einfachste (wenn auch die eingeschränkteste) Methode besteht im einfachen Einfügen-Verknüpfen des Inhalts einer Arbeitsblattzelle. Komplexere Methoden beziehen LabTalk-Substitution ein.

Beispiel 1 Zellenwert mittels Link einfügen einfügen

Dies ist die einfachste Methode, um einen Arbeitsblattzellenwert und literalen Text zu kombinieren:

  1. Klicken Sie auf eine Arbeitsblattzelle und drücken Sie Strg+C (oder klicken Sie mit der rechten Maustaste und wählen Sie Kopieren).
  2. Verwenden Sie das Hilfsmittel Text, um Ihren literalen Text zu erstellen (z. B. Der Wert von Y ist:). Klicken Sie dann noch im Bearbeitungsmodus der Beschriftungen mit der rechten Maustaste und wählen Sie Link einfügen. Auf diese Weise wird der Zellenwert in das Textobjekt eingefügt. Beachten Sie, da Sie die Funktion Einfügen-Verknüpfen verwenden, dass eine Änderung am Arbeitsblattzellenwert eine Änderung an dem Wert in Ihrer Beschriftung verursacht.

Sie können diese Methode verwenden, um Werte entweder aus den Daten oder aus den Spaltenbeschriftungszeilen Ihres Arbeitsblatts einzufügen. Komplexere Methoden zum Einfügen von Zellenwerten -- spezielle diejenigen, die Substitutionsnotation verwenden -- können flexibler sein. Wenn jedoch alles, was Sie brauchen, die Ausgabe eines Werts von einer spezifischen Arbeitsblattzelle ist, dann reicht dies wahrscheinlich aus.

Beispiel 2 Zellenwert mittels Substitutionsnotation einfügen

Dieses Beispiel führt eine einfache Substitution ein, um den Zelleninhalt mit Hilfe der Form %(workbookName, column#, row#) auszugeben.

  1. Um den Wert der Zelle in Book1, Spalte 2, Zeile 5 einzufügen, geben Sie Folgendes in eine Textbeschriftung ein:
    Der Wert von Y ist%(Book1,2,5)
  2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Textbeschriftung und wählen Sie Eigenschaften. Klicken Sie auf die Registerkarte Programmierung, setzen Sie die Option Verknüpfung zu (%,$), Substitutionsebene auf 1 und klicken Sie auf OK.
Hinweise: Die in Beispiel 1 und 2 erwähnten Methoden haben eine Einschränkung. Der Quellarbeitsblattname kann nicht geändert werden, sonst wird die Verknüpfung zwischen Arbeitsblatt und Beschriftung aufgelöst. Im nächsten Beispiel wird dargestellt, wie Sie damit umgehen können.

Beispiel 3 Zellenwert mittels @WT einfügen, um auf die Zeichnungsquelle zu verweisen

Die meisten Datenzeichnungen in Origin werden aus einer einzelnen Datenspalte erstellt. Alle Daten in dieser Spalte, einschließlich die Metadaten in den Spaltenbeschriftungszeilen, sind daher mit dieser Datenzeichnung verbunden. Durch das Erzeugen Ihrer Substitutionszeichenkette mit Hilfe der Textbeschriftungsoption @WT können Sie einen Arbeitsblattzellenwert ausgeben, indem Sie auf die Quelldaten für die Zeichnung verweisen. Anders als in Beispiel 2 vermeiden Sie die Einschränkung, auf eine feste Mappe oder einen Blattnamen verweisen zu müssen.

Sie möchten beispielsweise eine Textbeschriftung erstellen, die besagt "Der Wert von Y ist Zahl", wobei Zahl der Wert ist, der in der Zelle in der 2. Spalte und 5. Zeile im Quellarbeitsblatt von Zeichnung 1 abgelesen werden kann.

  1. Geben Sie den folgenden Text im WYSIWYG-Modus oder im Dialog Objekteigenschaften ein und klicken Sie auf OK:
    Der Wert von Y ist%(1, @WT,2,5)
  2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Ihre Textbeschriftung, wählen Sie Eigenschaften und gehen Sie zur Registerkarte Programmierung im Dialog. Oder halten Sie die Alt-Taste gedrückt, während Sie doppelt auf die Textbeschriftung klicken.
  3. Setzen Sie die Liste Verknüpfung zu (%,$), Substitutionsebene auf 1 und klicken Sie auf OK.

Der Vorteil dieser Methode ist, dass sich die Arbeitsblattspalte, auf die @WT verweist, durch die Zeichnungsquelle identifiziert wird. Wenn Sie das Diagramm als Diagrammvorlage speichern und zu einem späteren Zeitpunkt erneut verwenden, wird der Anzeigeinhalt der Textbeschriftung gemäß der neuen Daten automatisch aktualisiert, auch wenn der Datensatzname geändert wurde.

Hinweise:
  • Alternativ können Sie auf eine Spalte per Name -- entweder Kurz- oder Langname -- verweisen. Dazu verwenden Sie %(1, @WT,ColName,RowIndex).
  • Die Notation %(1, @WT,ColIndex,RowIndex) kann verwendet werden, um auf einen Wert in einem Matrixblatt zu verweisen.

Beispiel 4 Zellenwert einfügen und Format modifizieren

Einiges Syntaxen unterstützen das Formatieren der ausgegebenen numerischen Werte mit diesen numerischen Formatierungsoptionen. Wenn Sie zum Beispiel der obigen Methode von Beispiel 2 folgen, erhalten Sie aus dem Blatt einen Wert von voller Genauigkeit. Um die Anzahl der ausgegebenen angezeigten Stellen zu regeln, können Sie einen optionalen Formatspezifizierer zu Ihrem Ausdruck hinzufügen. Hier sind mehrere Syntaxen, die funktionieren:

  • $(expression [,format])
  • %([workbookname]sheetname, column, row [,format])
  • %([workbookName]sheetName, @WL, column[row] [,format])

die letzte Syntax -- das Beispiel @WL -- unterstützt diese praktischen Formatoptionen:

Argument Beschreibung
W Wird im Zellenformat ausgegeben.
custom format Wird als Wert mit voller Genauigkeit der Zelle ausgegeben, modifiziert durch eines dieser Origin-Formate.
omitted Wird als Wert mit voller Genauigkeit der Zelle ausgegeben.


Um beispielsweise einen numerischen Wert mit vier Dezimalstellen zu formatieren, können Sie eine der folgenden Notationen verwenden:

  • $(%(Book1,2,5),.4)
  • %([Book1]Sheet1,B,5,.4)
  • %([Book1]Sheet1,@WL,2[5],.4)

Zeilenwerte der Spaltenbeschriftung (Metadaten) in Textbeschriftungen ersetzen

Zusätzlich zu den Zellen der Datenzeilen können Sie Werte aus den Zellen der Spaltenbeschriftungszeilen in Ihren Textbeschriftungen ersetzen. Es gibt mehrere funktionierende Syntaxen, abhängig von Ihren Anforderungen.

  • %(PlotIndex, @option)
  • %(PlotIndex[PlotDesignChar], @option)
  • %(PlotIndex,@WT,ColIndex, LabelRowChar)

Die letzte Option verwendet ein Zeichen für die Spaltenbeschriftungszeile (LabelRowChar).

Variablenwerte in Textbeschriftungen ersetzen

Neben der Anzeige von Arbeitsblattwerten können Sie auch Variablenwerte in Textbeschriftungen einbinden. Die grundlegende Vorgehensweise besteht darin, zuerst eine Textbeschriftung zu erstellen, die LabTalk-Substitutionsnotation verwendet, und dann die Variablensubstitution auf der Registerkarte Programmierung im Dialog Objekteigenschaften der Textbeschriftung zu aktivieren. Der Variablenwert wird in der Textbeschriftung ersetzt. Sie können die Werte von sowohl Zeichenkettenvariable als auch numerischer Variable auf diese Weise einfügen.

Beispiel 1 Zeichenkettensubstitution

Das erste Beispiel fügt eine Zeichenkettenvariable in eine Textbeschriftung ein. Wenn Origin ausgeführt wird, wird eine Reihe von reservierten Zeichenkettenvariablen verwendet, um Systemdaten zu speichern. Eine ausführliche Liste der Substitutionsnotationen finden Sie auf dieser Seite.

Angenommen, Ihr aktuelles Projekt MEINPROJEKT.OPJ ist im Ordner C:\MEINEDATEIEN\ gespeichert.

  1. Bei Verwendung der WYSIWYG-Textbeschriftungsmethoden geben Sie Folgendes in die Textbeschriftung in einem Diagrammfenster ein:
    This project is saved to %X%G.OPJ.
  2. Verlassen Sie den Eingabemodus, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Beschriftung, wählen Sie Eigenschaften und gehen Sie zur Registerkarte Programmierung im Dialog.
  3. Setzen Sie die Liste Verknüpfung zu (%,$), Substitutionsebene auf 1 und klicken Sie auf OK.
  4. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Textobjekt, wählen Sie Einstellungen und aktivieren Sie das KontrollkästchenWortgetreu (dadurch wird das Zeichen "\" wie ein buchstäbliches Zeichen und nicht wie ein Escape-Zeichen behandelt -- siehe unten). Nun zeigt die Beschriftung den korrekten Pfad und Namen des aktuellen Projekts an.
    Dieses Projekt wurde in C:\MEINEDATEIEN\MEINPROJEKT.OPJ gespeichert.

Weitere Informationen zur Verwendung der Option Wortgetreu finden Sie unter Das Backslash-Zeichen "\" im Dialog Objekteigenschaften verwenden.

Beim Hinzufügen von Textbeschriftungen zu Diagrammfenstern sind Sie nicht beschränkt auf die Verwendung von Zeichenkettenregistern, die im vorherigen Beispiel erwähnt wurden. Es gibt eine Anzahl von @options, die Sie verwenden können, um Arbeitsblattmetadaten in Ihre Beschriftungen einzufügen, einschließlich Datensatznamen, Kommentare, Filterbedingungen etc. In der folgenden Grafik haben wir beispielsweise eine Textbeschriftung hinzugefügt, die den literalen Text "Make =" mit der Zeichenkette "%(1, @LF)" kombiniert. Dies gibt die Filterbedingung wieder, die zum Erstellen der Zeichnung verwendet wurde (funktioniert unabhängig davon, ob der Filter gesperrt ist oder nicht).

Text label options @LF.png

Beispiel 2 Numerische Substitution

Mit Hilfe von LabTalk können Sie eine Anzahl von Variablen zur Verwendung bei Ihrer Arbeit definieren. Zur Einführung in die Konzepte "Variablen" und "Umfang" wird das Lesen dieses Themas empfohlen. Das folgende einfache Beispiel soll die numerische Substitution demonstrieren:

  1. Klicken Sie im Origin-Menü auf Fenster: Skriptfenster.
  2. Klicken Sie in das Skriptfenster und geben Sie beim Cursor Folgendes ein:
    MyVariable=5
    

    Drücken Sie Enter.
  3. Wählen Sie in der Symbolleiste Hilfsmittel die Schaltfläche Text und klicken Sie auf eine leere Stelle im Diagramm- oder Arbeitsblattfenster. Geben Sie dann Folgendes ein:
    MyVariable=$(MyVariable)
    
  4. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Textbeschriftung, wählen Sie Eigenschaften und gehen Sie zur Registerkarte Programmierung im Dialog und setzen Sie die Liste Verknüpfung zu (%,$), Substitutionsebene auf 1. Klicken Sie dann auf OK. Ihre Textbeschriftung sollte jetzt den numerischen Wert von MyVariable anzeigen.
    MyVariable=5

Um eine Liste der verfügbaren LabTalk-Variablen zu sehen, öffnen Sie das Skriptfenster (Fenster: Skriptfenster) und klicken Sie auf Hilfsmittel: Variablen oder geben Sie "ed" in die Befehlszeile ein.

Einen mathematischen Ausdruck in einer Textbeschriftung lösen

Origin unterstützt Substitutionsnotationen beim Erstellen von Textbeschriftungen mit Hilfe der standardmäßigen WYSIWYG-Textbearbeitungsmethoden oder beim Bearbeiten von Text in dem Dialog Objekteigenschaften. Sie können diese Notation auch verwenden, um aus einem mathematischen Ausdruck einen Wert innerhalb einer Textbeschriftung zu berechnen.

$(expression)

Im Falle dieser Substitutionsnotation wird Ausdruck jedes Mal als Wert neu berechnet, wenn die Textbeschriftung neu gezeichnet wird. Die Textbeschriftung wird immer dann neu gezeichnet, wenn die Beschriftung verschoben oder das Diagrammfenster neu gezeichnet wird.

Beispiel: Pi in Textbeschriftung lösen

  1. Geben Sie den folgenden Text im WYSIWYG-Modus oder den Ausdruck auf der Registerkarte Text im Dialog Objekteigenschaften ein und klicken Sie auf OK:
    Der Wert von X ist $(pi^2)
  2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Ihre Textbeschriftung, wählen Sie Eigenschaften und gehen Sie zur Registerkarte Programmierung. Oder halten Sie die Alt-Taste gedrückt, während Sie doppelt auf die Textbeschriftung klicken.
  3. Setzen Sie die Liste Verknüpfung zu (%,$), Substitutionsebene auf 1 und klicken Sie auf OK. Die Beschriftung zeigt nun an:
    Der Wert von X ist 9,8696

Es kann sein, dass Sie erst auf die Schaltfläche Aktualisieren Button Refresh.png auf der Symbolleiste Standardklicken müssen, um die Änderungen angezeigt zu bekommen.

Beim Starten von Origin wird eine Textdatei in dem Programmordner ORGSYS.CNF ausgelesen. In dieser Datei wird der Wert von Pi definiert und zwar genauso, wie Sie eine Konstante oder eine Variable im Skriptfenster oder im Dialog Werte setzen definieren würden:

const pi = 3.141592653589793

Wenn Sie mathematische Konstanten haben, die Sie regelmäßig im Rahmen Ihrer Arbeit verwenden, dann ist die Datei CONST.CNF ein guter Ort, um sie zu definieren, da sie hier immer zur Verfügung stehen, wenn Origin ausgeführt wird (die .CNF-Datei ist eine Textdatei, die Sie in einem einfachen Texteditor bearbeiten können).