Daten per Drag&Drop importieren

Origin unterstützt den Drag&Drop-Import für viele gängige Dateitypen. Aus historischen Gründen werden mehrere Technologien verwendet. Wenn Sie eine Datei in ein Origin-Arbeitsblatt oder -Matrixblatt ziehen, gibt es eine Sequenz, die den Code überprüft und bestimmt, welche Methode verwendet wird. Siehe unten Leseabfolge des Importcodes.


Hinweis: Sie werden Dateien nicht per Drag&Drop verschieben können, wenn Sie Origin als Administrator ausführen.

Leseabfolge des Importcodes

Wenn Dateien in Origin gezogen werden, wird diese Sequenz angewendet:

  1. Die älteste Methode -- auf die als erste geprüft wird -- ruft einen LabTalk-Abschnitt in einer Datei auf, der als DOFILE.OGS bezeichnet wird. Sollte er gefunden werden, wird die Importroutine ausgeführt. Während der Legacy Code in DOFILE noch zufriedenstellend läuft, sollten Anwender nicht versuchen, neue Importroutinen mit Hilfe dieser Methode zu schreiben.
  2. Als Nächstes wird das aktive Arbeitsblatt oder Matrixblatt nach Importfilterinformationen gescannt, die im Blatt gespeichert sind (siehe unten "Einstellungen für Drag&Drop speichern).
  3. Falls keine Filterinformationen im Blatt gespeichert wurden, wird im Datenordner nach einem passenden Origin-Importfilter (*.oif) gesucht.
  4. Falls es keinen Filter im Datenordner gibt, wird der Ordner Anwenderdateien\Filters auf einen geeigneten Importfilter geprüft. Falls ein USER-Filter existiert und das entsprechende Kontrollkästchen Drag&Drop unterstützen im Dialog Importfilter verwalten aktiviert ist, regelt dieser Filter den Import. Falls es zusätzlich zum USER-Filter einen Filter im Ordner SYSTEM\Filters gibt und das Kontrollkästchen Drag&Drop unterstützen für den SYSTEM-Filter im Dialog Importfilter verwalten aktiviert ist, wird der Dialog Filter auswählen geöffnet und fordert Sie auf, einen Filter zu wählen.
  5. Wenn kein passender Filter im Ordner Anwenderdateien\Filters gefunden wurde, prüft der Code, ob es einen installierten Datenkonnektor gibt, der dem Dateityp entspricht. Wenn ein geeigneter Datenkonnektor gefunden wird, führt der Datenkonnektor den Import durch. (Eine Ausnahme sind ASCII-Dateien (*.dat); wenn das Kontrollkästchen Drag&Drop unterstützen für den SYSTEM-Filter im Dialog Importfilter verwalten aktiviert ist, wird dieser Filter anstatt eines Datenkonnektors verwendet).
  6. Wenn kein Datenkonnektor gefunden wird und das Kontrollkästchen Drag&Drop unterstützen im Dialog Importfilter verwalten deaktiviert ist oder nicht angezeigt wird, öffnet Origin ein Warnfeld, das Sie fragt, ob der Importassistent zum Importieren der Datei geöffnet werden soll.

Diese Ablesesequenz des Codes kann mit der Systemvariablen @IFS modifiziert werden. Siehe Hinweise im nächsten Abschnitt.

Datenkonnektoren und Drag&Drop

Datenkonnektoren stellen Origins neueste Methode des Datenimports dar. Wenn Sie eine Routine verwendet haben, die auf einem Origin-Importfilter (*.oif) basiert, sollte sie trotzdem voll unterstützt werden (siehe Hinweis unten). Wir bestärken Sie jedoch darin, die Datenkonnektoren einmal zu testen, insbesondere wenn Sie Text-/CSV-Dateien importieren möchten.

Der primäre Vorteil beim Verwenden eines Konnektors für den Drag&Drop von Text/CSV besteht darin, dass die Dateien automatisch verarbeitet werden sollten, ohne Dialoge konfigurieren oder Einstellungen im Blatt oder in einer externen Filterdatei speichern zu müssen. Dies ist ein besonderer Vorteil für diejenigen, deren Dateien Datum-/Zeit-Daten enthalten, da die Daten beim Import in das Blatt automatisch erkannt und formatiert werden sollten.

Hinweise:
  • Importfilter, die im Blatt oder im Datenordner als eine Origin-Importfilterdatei (*.oif) gespeichert werden, haben Priorität vor der Verwendung eines Datenkonnektors.
  • Anwenderdefinierte Filter haben ebenfalls Priorität gegenüber dem Datenkonnektor, wenn das Kontrollkästchen des Anwenderfilters Drag&Drop unterstützen im Dialog Filter verwalten aktiviert ist.
  • Legen Sie die Systemvariable @IFS so fest, dass die Verwendung eines Systemfilters für den Datenimport zulässt. Beachten Sie, dass der Systemfilter generisch ist und Ihre Daten eventuell nicht zu Ihrer Zufriedenheit importiert werden.

Einstellungen für Drag&Drop speichern

Beim Verwenden eines der auf X-Funktionen basierenden Dialoge für den Dateiimport -- die Dialoge, die man unter Daten: Aus Datei importieren -- haben Sie die Option, die aktuelle Konfiguration des Dialogs in einem Dialogdesign zu speichern oder Einstellungen für Drag&Drop speichern zu verwenden.

Wenn Sie Einstellungen für Drag&Drop speichern wählen, speichern Sie einen Importfilter im Blatt selbst. Solange das Blatt -- oder ein dupliziertes Blatt aktiv ist -- können Sie neue Dateien des gleichen Dateityps und der gleichen Struktur hineinziehen, und sie werden sauber in das Blatt importiert.

  1. Erstellen Sie eine neue Arbeitsmappe und wählen Sie ein Dateiformat unter Daten: Aus Datei importieren (z. B. Einzelnes ASCII).
  2. Wählen Sie einen passenden Filter, stellen Sie sicher, dass das Kontrollkästchen Optionendialog zeigen aktiviert ist und klicken Sie dann auf Öffnen.
  3. Wählen Sie im Dialog Optionen aus, so dass die Dateidaten richtig analysiert werden. Klicken Sie dann auf Dialog Theme Button.png rechts vom Dialogdesign (oben im Dialog) und wählen Sie Einstellungen für Drag&Drop speichern.
  • Zu diesem Zeitpunkt können Sie eine weitere Datei von entsprechendem Typ und Struktur auf das aktive Blatt ziehen (beachten Sie, dass Sie in Abhängigkeit von den Einstellungen Ihres Dialogs Importmodus die existierenden Daten überschreiben oder ein neues Blatt bzw. eine neue Mappe öffnen können). Sie wird entsprechend der im Blatt gespeicherten Einstellungen behandelt.
  • Sie können das Fenster als eine Vorlage speichern (Datei: Template speichern unter) und die Fensterkonfiguration -- einschließlich Drag&Drop der Datei -- zur späteren Vrewendung aufrufen.

Mit dem Importassistenten Drag&Drop-Import einrichten

Der Importassistent unterstützt den Import von ASCII- und einfachen Binärdateien (ein optionaler Headerabschnitt gefolgt von einer sequenziellen binären Struktur). Wenn Ihre Daten nicht so einfach in eine dieser beiden Kategorien einzuordnen sind, können Sie Ihren eigenen Origin C-Code (Benutzerdefiniert) schreiben, um den Datenimport durchzuführen.

Ein weiterer wichtiger Vorteil bei der Verwendung des Assistenten zum Importieren Ihrer Dateien ist, dass Sie Ihre benutzerdefinierten Einstellungen als Filter speichern können, der zum Importieren von gleichen oder ähnlich strukturierten Dateien wieder verwendet werden kann. Sobald Sie Ihre(n) Filter erstellt haben, können nachfolgende Dateien einfach per Drag&Drop oder über den Dialog Datei: Öffnen importiert werden.

Origin-Importfilter

Beim Erstellen eines Importfilters ist der normale Ablauf wie folgt: den Importassistenten öffnen, eine Datendatei auswählen, dann eine Reihe von Assistentenseiten durchgehen, auf denen die Datei interaktiv analysiert wird, eine Datei und Optionen für die Fensterbenennung sowie Headerinformationen auswählen, die gespeichert und wiederverwendet werden etc. Wenn Sie Ihre Importeinstellungen beendet haben, können Sie sie als Importfilter speichern (es wird ausdrücklich empfohlen, den Filter zu speichern, wenn Sie beabsichtigen, die gleiche oder ähnliche Dateien zukünftig zu importieren).

Beim Erstellen eines Importfilter haben Sie die Option, den Filter (a) in einem Origin-Unterfenster oder (b) in einem separaten Origin-Importfilter zu speichern (*.oif). Ein Vorteil beim Abspeichern des Filters im Unterfenster ist, dass der Filter im Fenster selbst gespeichert wird und somit ein Teil der Origin-Projektdatei (*.opju) oder des Unterfensters (*.ogwu) wird. Die andere Option -- Speichern des Filters als eine alleinstehende *.oif-Datei -- bietet die Flexibilität, verschiedene Filtereinstellungen bei der gleichen Datei wählen zu können oder den Filter mit mehreren Arbeitsmappenvorlagen zu verwenden. Beide, fensterbasierte Filter und alleinstehende *.oif-Dateien, unterstützen den Drag&Drop-Dateiimport.

Ist der Importfilter einmal erstellt, kann er für Importdateien verwendet werden, die etwas in ihrer Struktur variieren, ohne jede Importspezifikation vollständig wiederherstellen zu müssen. Die Filter können ganz einfach mit Kollegen geteilt werden, indem man die Standardisierung der Importdatei zulässt und damit die Bearbeitung von verschiedenen Arbeitsgruppen oder entfernt befindlichen Arbeitsplätzen.

Ihr Importfilter kann eng definiert werden, um mit einem bestimmten Dateinamen (oder Variationen dieses Dateinamens) zu arbeiten, oder er kann breit definiert werden, so dass man ihn auf alle Dateien mit einer gegebenen Dateierweiterung anwenden kann. Wenn Sie beispielsweise mit einem Instrument arbeiten, das Datendateien automatisch nacheinander nach einem Schema benennt wie etwa XYZ_001.CSV, XYZ_002.CSV, XYZ_003.CSV. Durch die Verwendung des Platzhalters "*" können Sie den Filter auf alle CSV-Dateien in Ihrem Datendateiordner ausrichten, indem Sie festlegen, dass der Filter auf jede Datei, die "*.CSV." beinhaltet, angewendet wird. Umgekehrt könnten Sie den Filter noch mehr eingrenzen, indem Sie den Filter nur auf CSV-Dateien ausrichten, die "XYZ*.CSV." beinhalten.

Zielfenster und Zielfenstervorlagen

Definieren Sie einen Importfilter für ASCII, binäre oder benutzerdefinierte Dateitypen, müssen Sie ein Zielfenster und eine Zielfenstervorlage bestimmen. Beachten Sie, dass Datentypen anders als Benutzerdefiniert auf ein Zielfenster = Arbeitsmappe beschränkt sind. Beachten Sie auch, dass Benutzerdefiniert es Ihnen ermöglicht, eine Bestimmung des Zielfensters und der Zielfenstervorlage zu umgehen, wenn das Erstellen des Fensters mit dem Origin C-Code gemacht werden muss (in diesem Fall würde der Code das Erstellen des Fensters vornehmen).

Das Zielfenster legt lediglich den Typ des Unterfensters fest, das die importierten Daten empfängt. Die Zielfenstervorlage ist andererseits eine spezifische (benannte) Fenstervorlage mit individueller Konfiguration und Formateinstellungen. Die Zielfenstervorlage wird verwendet, wenn durch Drag&Drop-Importoperationen ein Erstellen neuer Fenster nötig wird.

Angenommen, Sie haben einen Importfilter definiert, als Sie eine odere mehrere Datendateien mit Drag&Drop in ein aktives Fenster eingefügt haben, und dieses Fenster gehört zum Zielfenstertyp, dann wird Origin die Datei(en) mit Hilfe der Einstellungen des/der neuen Fensters / Worksheets / Spalten importieren, das/die im Filter festgelegt wurde(n). Wenn z. B. (1) der Filterimportmodus auf Neue Spalten öffnen eingestellt wurde und (2) die Datei(en) in ein Arbeitsmappenfenster eingefügt wurde(n) (mit dem im Filter bestimmten Zielfenstertyp), dann werden die Datei(en) als Spalten in das aktive Worksheet in der aktiven Arbeitsmappe importiert und hinzugefügt. Befinden sich im aktiven Blatt leere Spalten, werden diese zuerst aufgefüllt. In diesem Fall war die aktive Arbeitsmappe vom richtigen Zielfenstertyp, und für jede Datei mussten nur neue Spalten erzeugt werden. Es mussten keine neuen Fenster erstellt werden, also wurde die Zielfenstervorlage nicht verwendet.

Ist der Filterimportmodus auf Neue Arbeitsmappe öffnen gesetzt, dann wird die erste Datei in die aktive Arbeitsmappe importiert, wenn die Spalten im aktiven Blatt leer sind (vorausgesetzt das Zielfenster wäre vom richtigen Typ), und jede nachträgliche Datei würde in ein neu erstelltes Arbeitsmappenfenster mit Hilfe der Zielfenstervorlage importiert. Beachten Sie, dass die Zielfenstervorlage evtl. die gleiche Vorlage sein kann, auf der die aktive Arbeitsmappenfenster basiert. Jedoch ist die Standard-Zielfenstervorlage (<Standard> aus der Auswahlliste der Quellseite des Importassistenten) das Origin-Standardarbeitsblatt oder die Matrixvorlage. Solange Sie keine andere Standardvorlage gewählt haben, wäre diese entweder ORIGIN.OTW (Worksheet) oder ORIGIN.OTM (Matrix).

Drag&Drop-Unterstützung für neue Dateien hinzufügen

Mit dem Importassistenten können Sie die Drag&Drop-Unterstützung für neue Dateien hinzufügen, indem Sie den Importfilter definieren. Dazu benötigen Sie eine entsprechende Datendatei und Sie sollten den Datentyp kennen, den Ihre Datei enthält (ob er ASCII oder binäre Daten enthält oder von einem anderen Typ ist).

Nachdem Sie sich entschieden haben, wie Sie den Importfilter ausrichten und wo Sie ihn abspeichern möchten, gibt es noch einige Dinge zu beachten:

  • Ziehen Sie eine oder mehrere Dateien per Drag&Drop in Origin, wird der Code zuerst die Datei DOFILE.OGS suchen, um zu prüfen, ob sich dort Anweisungen zur eingefügten Datendatei befinden (siehe "Leseabfolge des Importcodes" oben). Findet der Code keine Anweisungen in DOFILE.OGS zum Umgang mit der hineingezogenen Datendatei, sucht er danach in folgenden Ordnern nach einem geeigneten Importfilter: aktives Unterfenster > Datendateiordner > Anwenderdateiordner\Filters.
  • Werden in einem Ordner mehrere anwendbare Filter gefunden, werden Sie aufgefordert, einen Filter im Dialog Filter auswählen zu wählen. (Beachten Sie, dass beim Speichern von Filtern im Unterfenster nur einer pro Fenster gespeichert werden kann). Wenn kein anwendbarer Filter an diesen Stellen gefunden wird, prüft der Code auf einen passenden Datenkonnektor. Falls einer gefunden wird, werden Sie aufgefordert, den Importassistent zu öffnen. Dort haben Sie die Möglichkeit, einen Importfilter zu erstellen und zu speichern.
Drag and Drop Basics-1.png
  • Ist Ihre Datendatei nicht vom ASCII- oder einem einfachen binären Typ, können Sie trotzdem Filter mit Hilfe der Datenanweisungen in Form von Origin C-Cdes erstellen.
  • Der Import per Drag&Drop unterstützt das Importieren von mehreren Dateien.