Escape-Sequenzen

Escape-Sequenzen und Textformate

Typischerweise würden Sie zum Formatieren von Textobjekten in Diagrammen, Arbeitsblättern oder Layoutseiten den Zieltext markieren und anschließend eine der Schaltflächen in den Symbolleisten Format oder Stil verwenden. Wenn Sie mit Textobjekten mit Hilfe der WYSIWYG-Methoden arbeiten, sind Sie sich der verborgenen Textformatierungsbefehle hinter den Symbolleistenschaltflächen nicht bewusst. Diese werden Escape-Sequenzen genannt. Es gibt allerdings Stellen in Origin, wo diese Escape-Sequenzen sichtbar sind und es hilfreich ist, ein gewisses Verständnis über diese Sequenzen und ihre Arbeitsweise zu haben.

Alle Beschriftungen (erstellt mit dem Hilfsmittel Text, dem Kontextmenübefehl Text hinzufügen, dem LabTalk-Befehl Beschriftung oder jedem beliebigen Präfix oder Suffix, das Sie in die Textfelder eingeben) ebenso wie Text, der aus einer Beschriftungsspalte gezeichnet wurde, verwenden diese Escape-Sequenzen, auch wenn sie nicht angezeigt werden. Alle Escape-Sequenzen beginnen mit einem Backslash "\", gefolgt von einem Steuerungszeichen, das festlegt, wie der entsprechende Text bearbeitet wird. Schließlich folgt der zu verändernde Text dem Steuerungszeichen und muss in Klammern eingeschlossen werden:

\SteuerZeichen(Der zu verändernde Text)

Escape Sequences 01.png

Wenn Sie die Schaltflächen und Auswahllisten der Symbolleisten Stil und Format verwenden, um den Text zu formatieren, wird Origin die Formatierungsbefehle automatisch zum betroffenen Text hinzufügen. Diese Formatierungsbefehle können im Dialog Objekteigenschaften (Format: Objekteigenschaften) eingesehen werden, auch wenn Sie in der Beschriftung selbst nicht angezeigt werden.

Wir können zum Beispiel das Hilfsmittel Text verwenden, um eine Beschriftung zu erstellen, die "Steuerung" anzeigt, anschließend den Text markieren und auf die Schaltfläche Fett der Symbolleiste Format klicken. Die Beschriftung in Ihrem Diagramm oder Worksheet zeigt nur "Steuerung" an, aber wenn Sie der Dialog Objekteigenschaften der Beschriftung öffnen, sehen Sie, dass der Text von der Sequenz "\b()" umschlossen ist. Dieser Formatierungsbefehl zeigt das Wort "Steuerung" in fetter Schrift an. Die praktische Bedeutung dieser speziellen Formatierungsbefehle ist, dass Sie sie ausdrücklich zum Formatieren Ihres Texts verwenden können -- in den Textfeldern Präfix oder Suffix, im Dialog Objekteigenschaften oder mit dem LabTalk-Beschriftungsbefehl beim programmatischen Erstellen von Beschriftungen -- in Situationen, in denen keine WYSIWYG-Textbearbeitungsmethoden zur Verfügung stehen.

Beachten Sie, dass einige Escape-Sequenzen von LabTalk interpretiert werden, während andere standardmäßige Escape-Sequenzen der C-Sprache sind.

Verfügbare Textformatierungsbefehle

Syntax Beschreibung Eingabe ... Ergebnisse in ....

\v(Text)

Übergehe alle Kontrollsequenzen, die Text beinhaltet.

Dies ist vor allem dann von Nutzen, wenn der Pfad einen Backslash '\' enthält.

\v(C:\Samples\Programming)

Available Text Formatting Commands 1.png

\+(text)

Formatiere text als hochgestellt.

super\+(script)

Available Text Formatting Commands 2.png

\-(text)

Formatiere text als tiefgestellt.

sub\-(script)

Available Text Formatting Commands 3.png

\=(text1,text2)

Formatiere text1 als tiefgestellt, text2 als hochgestellt.

script\=(sub,super)

Available Text Formatting Commands 4.png

\p%pointsize(text)

Ändere die Punktgröße von text. 200 verdoppelt die Größe, 100 Ergebnisse zieht keine Änderung nach sich usw.

change\p200(point)size

Available Text Formatting Commands 5.png

\i(text)

Formatiere text als kursiv.

\i(italics)

Available Text Formatting Commands 6.png

\b(text)

Formatiere text als fett.

\b(bold)

Available Text Formatting Commands 7.png

\u(text)

Formatiere text als unterstrichen.

\u(underline)

Available Text Formatting Commands 15.png

\g(text)

Formatiere text als griechische Symbole.

\g(Greek)

Available Text Formatting Commands 8.png

\ab(text)

Zeige einen Balken über text.

\ab(X)

Available Text Formatting Commands 9.png

\ad(text)

Zeige eine kurze Linie - einen Punkt - über text an.

\ad(A)

Available Text Formatting Commands 10.png

\at(text)

Zeige einen Tilde über text.

\at(A)

Available Text Formatting Commands 11.png

\(ASCII Symbolcode)

Zeigt ein festgelegtes ASCII-Symbol an.

\(169)

Available Text Formatting Commands 12.png

\y(')
\y(")

Zeigt eine Prime in voller Höhe oder ein Double Prime in voller Höhe an. Um es als kombiniertes Prime/Double Prime anzuzeigen, verwenden Sie hochgestellten Text wie \+(\y(')) or \+(\y(")).

\g(c)\=(3,\y('))

Available Text Formatting Commands 12b.png

\f:fontname(text)

Zeigt text mit Hilfe des Zeichensatzes fontname an. Fontname lässt sich abkürzen, solange Sie genügend Buchstaben einsetzen, damit vorhandene Namen eindeutig bleiben.

\f:Wide Latin(font)

Available Text Formatting Commands 13.png

\cnumber(text)

Zeigt text in der Farbe an, die an der Position Nummer in der Auswahlliste Farbe steht.

\c2(red)

Available Text Formatting Commands 14.png

\x(unicode number)

Die Unicode-Zeichen werden angezeigt.

\x(03b8)

Available Text Formatting Commands 18.png

\q(text)

Rendern Sie den Text (LaTeX Markup) als LaTeX-Objekt.
Hinweise: Die Installation der App 2017 LaTeX ist erforderlich.

\q(\varphi_{\mu, \sigma^{2}}(X))

Available Text Formatting Commands 16.png

Hinweis: Der Textformatierungsbefehl e \g( ) verwendet standardmäßig die Symbolschrift, kann aber durch Verändern der Auswahl in der Auswahlliste Griechisch auf der Registerkarte Zeichensätze des Dialogs Optionen (Einstellungen: Optionen) so eingestellt werden, dass er andere Schriftarten verwendet.

Um griechische Symbole verwenden zu können, benötigen Sie den True Type-“Symbol”-Zeichensatz in Ihrem Drucker oder aber Sie besitzen eine Bearbeitungssoftware für Zeichensätze (z.B Adobe Type Manager).

Ein Hinweis zur Eingabe des Backslash-Zeichens in Beschriftungen

Wenn Sie eine Beschriftung mit Hilfe der standardmäßigen WYSIWYG-Methoden erstellen/bearbeiten, können Sie das Backslash-Zeichen direkt in die Beschriftung einfügen. Es wird nicht als Escape-Sequenz interpretiert.

Um also zum Beispiel Folgendes zu schreiben...

Diese Datei befindet sich im Ordner C:\MEINE DATEIEN

...geben Sie einfach den Text, so wie er ist, in das Textfeld ein.

Beachten Sie, dass Origin das WYSIWYG-Einfügen des Backslash' so behandelt, dass automatisch ein zweites Backslash-Zeichen im Hintergrund eingefügt wird. Wenn Sie sich im WYSIWYG-Modus befinden, sehen Sie nur ein einzelnes Backslash-Zeichen. Wenn Sie aber das Dialog Eigenschaften des Objekts öffnen, werden Sie sehen, dass ein zweites Backslash-Zeichen eingefügt wurde (entfernen Sie dieses nicht, da sonst die Formatierung der Beschriftung zerstört wird.).

Escape Sequences 2.png

Verwenden des Backslash-Zeichens "\" im Dialog Objekteigenschaften

Ein direkt in das Dialog Objekteigenschaften eingegebener Backslash ("\") wird als Escape-Sequenz interpretiert.

Wenn Sie z.B. den folgenden Text in den Dialog Objekteigenschaften eingeben:

Diese Datei befindet sich im Ordner C:\MEINE DATEIEN

Zeigt Origin:

Diese Datei befindet sich im Ordner C:\MEINE DATEIEN

Beachten Sie, dass der Backslash nicht angezeigt wird. Folgt ihm eine nicht unterstützte Funktion oder kein Klammerterm, wird das Backslash-Zeichen ignoriert und nicht angezeigt. Wenn Sie also Text in das Dialogfeld Objekteigenschaften eingeben oder bearbeiten, müssen Sie zum Anzeigen des Backslash-Zeichens Folgendes tun:

  • Geben Sie das Backslash-Zeichen doppelt ein \\ (Beispiel: "Diese Datei befindet sich im Ordner C:\\MEINE DATEIEN").
  • Verwenden Sie die Escape-Sequenz \v( ) (Beispiel: "Diese Datei befindet sich im Ordner \v(C:\MEINE DATEIEN)").

Es existiert noch eine dritte Methode zum Anzeigen des Backslash-Zeichens in einer Beschriftung, die mit dem Dialogfeld Objekteigenschaften erstellt wurde:

  1. Geben Sie den Text in den Dialog Objekteigenschaften ein (mit nur einem "\" -- nicht "\\", siehe Bild unten) und klicken Sie auf OK.
    Escape Sequences 03.png
  2. Öffnen Sie das Befehlsfenster und geben Sie Folgendes in die Befehlszeile ein:
ObjectName.verbatim=1 <ENTER>
Wobei ObjektName der Objektname ist (wie er im Dialog Steuerung Programmierung erscheint).

Nun wird das Backslash-Zeichen richtig angezeigt.

Hinweis: Die Methode ObjektName.verbatim ist auch dann nützlich, wenn Sie ähnliche Aktionen ausführen (Einfügen von Dateipfadinformationen durch Zeichenkettenvariablen) mit Hilfe von WYSIWYG-Textbearbeitungsmethoden. Während die WYSIWYG-Methoden die direkte Eingabe des Backslash' unterstützt, wird es nicht korrekt verarbeitet, wenn es Teil einer Zeichenkette ist (wie zum Beispiel ein Dateipfad).

Ein Beispiel zur Behandlung eines Textobjekts, das mit WYSIWYG-Methoden erstellt wurde, finden Sie unter Verknüpfen von Textobjekten mit Daten und Variablen.

Ein Hinweis bezüglich Escape-Sequenzen und Diagrammdesigns

Diagrammdesigns ermöglichen Ihnen, die Eigenschaften eines Textobjekts zu kopieren und sie durch Einfügen auf ein anderes Textobjekt anzuwenden. Es gibt allerdings einige Eigenschaften, die nicht kopiert und eingefügt werden können. Wenn die Textobjekteigenschaft durch Einfügen einer Escape-Sequenz in das Textobjekt erstellt wird, kann es nicht für ein anderes Textobjekt übernommen werden.

Um zu verstehen, welche Textformatierungsoptionen nicht kopiert und eingefügt werden können, können Sie mit dem Erstellen eines Textobjekts beginnen und es mit einem Mausklick auswählen. Sie sehen, dass einige Schaltflächen der Symbolleisten Format und Stil -- Fett, Kursiv, Unterstrichen usw. -- nicht verfügbar sind, während andere -- Griechisch, Vergrößern/Verkleinern der Schrift, Schriftfarbe usw. -- verfügbar sind.

Escape Sequences 04.png

Die Schaltflächen und Auswahllisten, die nicht verfügbar sind, wenn das Textobjekt ausgewählt wird, benötigen eine Escape-Sequenz, um die Formatierung anzuwenden. Diese Funktionen können auch nicht kopiert und in ein anderes Textobjekt eingefügt werden.